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01.04.2015

Lochblech: Wie ein einfaches Produkt sich immer neu erfindet und so dem Wandel der Zeiten trotzt

Manchmal sind es die scheinbar einfachen Dinge, die erstaunliche Geschichten zu erzählen haben – und sich bei näherem Hinschauen als viel komplexer erweisen, als gedacht.

Lochbleche sind sogenannte Halbzeuge, das heißt vorgefertigte Werkstücke, die früh im Herstellungsprozess eines Produktes entstehen. Es handelt sich dabei um nichts anderes als Blechplatten mit gleichmäßigen Lochungen in regelmäßigen Abständen. Man könnte meinen, ein solches Produkt sei sicher nützlich – in seinen Anwendungsmöglichkeiten aber wohl sehr begrenzt. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die große Vielfalt an Stanz- und Prägeformen bietet nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, sowohl was die Einsatzbereiche angeht als auch in der Gestaltung.

Diese Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten ist eine wichtige Eigenschaft von Lochblech. Hinzu kommen eine bemerkenswerte Stabilität und Langlebigkeit sowie eine optische Attraktivität, die sich vielleicht nicht auf den ersten Blick erschließen mag, die jedoch Architekten und Designer schon seit mehr als einem Jahrhundert fasziniert.
In anderen Bereichen kamen perforierte Metalle sogar noch früher zum Einsatz, zuallererst vor etwa 150 Jahren in der Landwirtschaft. Das Produkt selbst hat sich in all dieser Zeit nur wenig verändert, wurde aber für immer neue Anwendungsgebiete erschlossen.

Einen nicht zu unterschätzenden Anteil an der Erfolgsgeschichte haben Traditionshersteller wie Seidl + Mayer oder Sorst (später fusioniert zu MEVACO GmbH). Schon früh verstand man dort die Besonderheiten seines Produktes sehr genau und setzte konsequent darauf, seinen Kunden die Vielfalt der Anwendungen vor Augen zu führen.

Perforierte Metalle im Wandel der Zeit

Gelochte Bleche fanden zunächst vorrangig in der Landwirtschaft Verwendung, dort allerdings bereits in verschiedensten Bereichen. Wo immer es etwas zu trennen oder zu filtern gab, wurden sie eingesetzt. Bauern nutzten perforierte Bleche als Siebe, Brauereien als Hopfenseiher und auch in der Imkerei hielten sie Einzug.

Um die Jahrhundertwende entdeckt eine ganz neue Klientel das Lochblech für sich. Architekten und Industriedesigner erkannten, dass perforierte Metalle hervorragend zum erklärten Ziel des Jugendstils passen, Funktionalität und Design zu verbinden. Form und Funktion sollten nicht mehr im Widerspruch zueinander stehen, sondern eine Einheit bilden. Stahl, Eisen und Glas wurden mit Sandstein kombiniert, neue Materialien und Formen ausprobiert.
Auch in der auf den Jugendstil folgenden Bewegung des Art déco von 1920 bis 1940 fanden gelochte Bleche vielfältige Anwendungen, vor allem für Gebrauchsgegenstände und industrielles Design, aber nach wie vor auch in der Architektur. Die Palette reichte von Fassadenschmuck über Möbel bis hin zu Schirmhaltern. Der Stil des Art déco war verspielt, mehr auf Schmuck und Ornamente ausgerichtet als der Jugendstil, aber von der gleichen Faszination für innovative Werkstoffe und geprägt. 
Diesen neuen Ansprüchen folgend probierten auch Hersteller wie Seidl + Mayer Neues aus. Neue Stanz- und Prägetechniken, verschiedene Lochformen und -anordnungen, immer mit dem Ziel vor Augen, das Produkt an spezielle Problemstellungen und Bedürfnisse anzupassen.

Nach 1945 blieb dieser Anspruch bestehen – der Fokus der Anwendungsmöglichkeiten verschob sich jedoch hin zum Aspekt der Funktionalität. Im Land des Wirtschaftswunders war optische Eleganz zunächst nicht gefragt, dafür fanden sich neue Anwendungen in der Industrie. Perforierte Metalle wurden im Maschinenbau genutzt, in der Montanindustrie, insbesondere beim Zement- und Kali-Abbau sowie in chemischen Fabriken. Sogar in der Landwirtschaft stieg der Bedarf. In Strohschüttler, Sortieranlagen, Rübenwaschtrommeln und viele Maschinen mehr kommen gelochte Bleche zum Einsatz.

Diese Konzentration auf die Funktionalität hielt bis in die 1990er Jahre an. Dann wurde Lochblech in der Architektur wiederentdeckt. Wie bereits kurz nach der Jahrhundertwende häufig dort, wo die perfekte Verbindung von Form und Funktion gesucht wurde.
Praktischer Nutzen und optische Wirkung sind mittlerweile in vielen Bereichen unseres Lebens zu fast selbstverständlichen Anforderungen geworden. Perforierte Metalle sind heute fast überall zu finden. Sie dienen als Zäune und Schallschutzwände, als Sitzmöbel, als Parkbänke, sie verkleiden Fassaden, geben Balkonen und Treppen halt.
Die widerstandsfähigen Lochbleche sind für all diese Anwendungen ideal geeignet – und haben obendrein aufgrund ihrer vollständigen Wiederverwertbarkeit eine hervorragende Umweltbilanz.

Tradition trifft Innovation

Wenn sich ein Produkt aber kaum verändert und die Anwendungszyklen wesentlich von der gesamtwirtschaftlichen Situation und Strömungen in Architektur und Design geprägt sind – wo bleibt da Raum für Innovation?
Eine ebenso einfache wie bemerkenswerte Antwort auf diese Frage hat die MEVACO GmbH gefunden, einer der führenden europäischen Hersteller und Lieferanten von Streckmetallen und Lochblech. Wenn das Produkt gleich bleibt, muss man eben bei den Rahmenbedingungen ansetzen, unter denen es hergestellt und vertrieben wird.

Der erfolgreichen Tradition folgend, präsentiert MEVACO in Katalogen und auf seiner Internetseite konsequent neben Produktmustern auch Anwendungsbeispiele aus den verschiedensten Bereichen. Als seine Zielgruppe betrachtet das Unternehmen schon seit den 1980er Jahren nicht mehr Großabnehmer, sondern kleine und mittelständische Metallverarbeiter. Wer wüsste besser, wo neue Ideen gefragt sind, als der Schlossereibetrieb vor Ort? Nach dieser Maxime werden Kundenbeziehungen gepflegt und durch Ablaufoptimierungen in der Kundenkommunikation eine Vereinfachung des Arbeitsalltags des Metallverarbeiters erzeugt.

„MISSION EINFACH“ nennt man beim Service- und Zeitführer der Branche das auf die Bedürfnisse des Metallverarbeiters zugeschnittene Paket. Dauerte es früher mehrere Wochen oder gar Monate von der Bestellung bis zur Auslieferung, so ist das gewünschte Produkt heute in nur vier Tagen versandbereit. Mindestabnahmemengen gibt es nicht mehr. Jedes Produkt kann auch in Kleinstmengen geliefert werden, selbst als Einzelstücke. Auswahl, Bestellvorgang, Lieferung, Bezahlung und Serviceleistungen wurden so optimiert, dass der Kreativität des Kunden keine Grenzen mehr gesetzt sind und der Metallverarbeiter sich auf seine Kernkompetenz konzentrieren kann.

Innovativ sein heißt nicht, alle zwei Jahre das Rad neu zu erfinden, sondern sein Produkt, seinen Markt und seine Kunden zu kennen und zu verstehen. So können neu entstehende Erwartungen frühzeitig erkannt, erfüllt und im Idealfall übertroffen werden. Und nur so ist man gewappnet, wenn eine neue Phase im Anwendungszyklus eintritt, wenn einmal mehr alte Produktvarianten in den Hintergrund treten und neue Bereiche erschlossen werden können.

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